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Themengebiet | Qigong, Taiji, Wissen, Yiquan

Selbstorganisation mit Taiji, Qigong und Yiqan

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Beitrag von Thomas

Dezember, 2020

Mehr Gelassenheit mit Taiji, Qigong und Yiquan

Mit einer gewissen Selbstorganisation wie wir sie im Taiji, Qigong und Yiquan finden können wir für mehr Klarheit in unserer Wahrnehmung sorgen. Wir können unsere Innere Haltung schulen was sich mit der Zeit auch positiv auf unseren Alltag auswirken wird.

Auf das Mögliche schauen

Taiji, Qigong und Yiquan bieten uns einen Rahmen zur Selbstorganisation. Aber was können wir da organisieren? Den Begriff organisieren verbinden wir zuerst mit unserem Alltag. Wir strukturieren um mit den Anforderungen klar zu kommen. Wir wollen uns und unseren Mitmenschen gerecht werden. Dabei spielen äußere Umstände eine große Rolle. Die größte Hürde sind dabei solche, die außerhalb unseres Einflussbereiches liegen. Mit einer gewissen Selbstorganisation können wir für mehr Klarheit in diesen Prozessen sorgen. Wir können unsere Innere Haltung schulen was sich mit der Zeit auch positiv auf unseren Alltag auswirken wird.

Für die Erledigung unserer täglichen Aufgaben haben wir Muster entwickelt, die immer wieder zum Erfolg führen. Wenn sich plötzlich unsere äußeren Umstände ändern, schnappt so zu sagen die Falle zu. In diesem Moment reduzieren sich die Möglichkeiten unseres Handelns. Ein Stück unserer gewohnten Freiheit geht verloren. Emotionen übernehmen unbemerkt den Taktstock und geben uns die Reaktion vor. Wir sollten an dieser Stelle klar unterscheiden ob es sich um existenzielle Probleme handelt oder nicht. Gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft, in einer Welt wo Milch und Honig fließt, sind viele dieser Reaktionen überhöht.

Reaktanz – Der Innere Wiederstand

Dieses Phänomen nennt man in der Wissenschaft Reaktanz. Es ist ein Grundmuster unseres Denkens, welches uns im Lauf der Evolution schon oft das Überleben gesichert hat. Doch dieses Muster tritt auch zutage, wenn es nur um „schöne“ Gewohnheiten geht. Unser Denken unterscheidet von Natur aus erst einmal nicht.

„Reaktanz ist der innere Widerstand gegen Einschränkungen der individuellen Handlungs- oder Entscheidungsfreiheit. Wird eine freie Verhaltensweise bedroht oder durch Verbote sowie äußeren Druck unmöglich gemacht, entsteht ein motivationaler Spannungszustand, der darauf gerichtet ist die verlorene oder bedrohte Freiheit wiederzugewinnen. Dieser motivationale Spannungszustand ist psychologische Reaktanz“ (Eiermann, 2003, S. 2) (Stangl, 2020).

Verwendete Literatur
Stangl, W. (2020). Stichwort: ‘Reaktanz’. Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.
WWW: https://lexikon.stangl.eu/1844/reaktanz/ (2020-12-18)

Es entstehen also ganz von alleine Spannungszustände und Stress. Wie gesagt, ist es erst einmal egal ob unsere Existenz bedroht ist oder nur schöne Gewohnheiten gerade nicht möglich sind. Wenn wir uns darüber bewusst werden, können wir in vielen Fällen positiv Einfluss nehmen und dadurch für mehr Wohlbefinden sorgen.

Unsere Wünsche sind wie kleine Kinder: Je mehr man ihnen nachgibt, um so anspruchsvoller werden sie.

Chinesisches Sprichwort

Taiji, Qigong und Yiquan üben wir mit uns selbst. Wir brauchen keine Geräte, oder sonstige besondere Umstände. Innerhalb der Übungen beschäftigen wir uns mit unserem Körper und unserem Geist. Die einzelne Form oder Übung gibt uns den Rahmen innerhalb dem wir auch ein Ziel anstreben. Während der Ausübung sind wir mit unseren Möglichkeiten und Einschränkungen konfrontiert. Es ergibt sich also auch hier ein Spannungsfeld aus angestrebtem Ziel und körperlichen oder mentalen Möglichkeiten. Wer schon länger eine dieser Bewegungskünste übt, kennt beispielsweise den Umstand immer wieder den gleichen Fehler zu machen. An dieser Stelle sehen wir uns in unserem Fortschritt gehindert. Es schlägt also auch hier die Reaktanz zu. Was wir dabei jedoch häufig übersehen sind die vielen positiven Veränderungen an anderen Stellen. Genau in diesem Moment ist es äußerst Hilfreich den eigenen Blickwinkel zu verändern. Richtet man die Aufmerksamkeit einmal wieder auf die Dinge, die schon gut funktionieren, dreht sich unsere Empfindung ins Positive – sozusagen eine Wohltat. Wir versuchen das zu Betrachten, was möglich ist und nicht das, was gerade nicht geht. Genau das ist ein Aspekt der Selbstorganisation mit Taiji, Qigong und Yiquan.

Bilder:

Treppe by Montse Monmo on Unsplash | Kind by Julian Scagliola on Unsplash

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